|
Man weiss, dass in den Prachtbauten des römischen Trier Marmor-, Diabas- und in grossen Mengen gesägte Muschelkalkplatten verwandt wurden. Der Marmor wurde in grossen Blöcken aus dem
Süden importiert und für die Baubedürfnisse in möglichster Nähe der Stadt zurechtgeschnitten. Diabas, im Volksmund Grünstein genannt, wurde im Grüneberg gefunden, der das untere Ruwertal westlich begrenzt. Er trägt
deshalb wohl auch seinen Namen.Nun hat man im Ruwertal bisher nur bei der Karlsmühle Gebäudereste gefunden, die auf eine römische Mühle schliessen lassen. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts fanden Trierer
Archäologen im Abzugsgraben der Karlsmühle auffallend grosse Quader von Muschelkalk, der im Ruwertal völlig ortsfremd ist. Ausserdem stossen noch heute zwei römische Fundarnentmauem auf diesen Mühlengraben, etwa 20
m von der jetzigen Mühle entfernt. Bei Kanalbauten durch die Ruwerwiesen 1967 fand man eine grosse Menge römischer Dach- und Mauerziegel und grub einen Teil eines römischen Estrichs aus. Der interessanteste Fund
wurde hier 1843 gemacht, als man bei der Einmündung des Abzugsgrabens in die Ruwer Reste eines römischen Grabmals entdeckte. Dieses zeigt ein Relief, das ein Brustbild eines Mannes und einer Frau darstellt, die sich
die Hände reichen. Nach oben war dieses Relief durch einen Deckstein begrenzt, in dem ein durch eine Achse gehender Mühlstein eingemeisselt war. Dieses Grabmal wird heute im Landesmuseum Trier aufbewahrt.. Die
Stelle an der Ruwer, an der heute die Karlsmühle liegt, ist seit der Römerzeit offensichtlich ununterbrochen Standort einer Mühle gewesen. Somit reicht die Mühlentradition der Karlsmühle rund 1600 Jahre zurück.
|